MS Gateway – Der Multiple Sklerose Info-Dienst

Homepage :: Alles über MS :: MS verstehen :: Was ist MS?

Was ist MS (Multiple Sklerose)?

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche, chronische Erkrankung, welche viele (multiple) Stellen im Zentralnervensystem befällt und zu Schädigungen (Läsionen) und Narben (Sklerosen) in Gehirn und Rückenmark führt.


Perspectives

Die anfänglich auftretenden Krankheitszeichen bilden sich in der Regel wieder zurück – es kommt zu einer weitgehenden Abheilung der Entzündungsherde. Aber auch bei unvollständiger Rückbildung bleiben die Störungen oft relativ gering ausgeprägt und sind dadurch wenig beeinträchtigend. Die MS muss nicht zwangsläufig einen schweren Verlauf haben.

Je nach Krankheitsverlauf können aber auch zunehmende, bleibende körperliche und kognitive Störungen auftreten. Kognitive Beeinträchtigungen ziehen die geistigen Fähigkeiten wie Denken, Erinnern, Planen oder Urteilen in Mitleidenschaft. Nur in einzelnen Fällen (unter fünf Prozent) führt die Krankheit innerhalb weniger Jahre zu schwerer Behinderung. Die meisten MS-Betroffenen können dank Therapie ein nahezu normales Leben führen.


Charaktereigenschaften der MS:

Die Multiple Sklerose (MS) ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Symptomen in vorübergehenden Episoden (= Schübe). Diese Symptome nehmen häufig innerhalb von Tagen oder Wochen ab und können ganz oder teilweise wieder verschwinden. Diesen Vorgang nennt man Remission. Das symptomfreie Intervall zwischen zwei Schüben (Remissionsphase) variiert von Patient zu Patient zwischen einigen Wochen und mehreren Jahren. Trotz fehlender Symptome ist die Krankheit meist weiter aktiv.


Der Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist es nicht möglich, eine allgemein gültige Aussage über die zu erwartenden Krankheitsmerkmale zu treffen.


Das Nervensystem

Unser Nervensystem dient der bewußten Wahrnehmung, der willentlichen Bewegung und der Nachrichtenverarbeitung. Es wird eingeteilt in das zentrale und das periphere Nervensystem. Das Zentralnervensystem (ZNS), das sich aus Hirn und Rückenmark zusammensetzt, ist die Kommandozentrale des Körpers. Es kontrolliert die Muskelbewegungen, interpretiert sensorische Informationen, welche das periphere Nervensystem (PNS), d.h. die Nerven von Kopf, Rumpf und Extremitäten, an das Gehirn weiterleitet, und übernimmt kognitive Aufgaben, die mit Denken, Erinnern, Planen oder Urteilen zu tun haben. Zum Beispiel verlieren Menschen mit MS manchmal mitten im Gespräch den Faden und wechseln zu einem neuen Gesprächsthema. Oder sie haben Schwierigkeiten, das richtige Wort zu finden; d.h. sie kennen das Wort, können es aber nicht abrufen.


Das Gehirn sendet seine Informationen mittels elektrischer Impulse entlang der Nerven zu den verschiedenen Muskeln des Körpers. Die korrekte Funktion des Nervensystems kann anhand verschiedener automatischer Reflexe getestet werden. Fehlende oder übermäßige Reflexe weisen auf eine neurologische Störung hin.

Gehirn und Rückenmark


Nervenzelle


Nerven übermitteln Nachrichten zwischen den verschiedenen Körperregionen und sind auch Hauptakteure der kognitiven Funktionen.


Die Rolle der Myelinschicht

Die Nerven (Axone) im ZNS sind von einer schützenden, aus Fetten und Eiweißen bestehenden Isolationsschicht umhüllt, dem Myelin. Das Myelin weist in regelmäßigen Abständen Unterbrüche auf, sogenannte Schnürringe, welche eine rasche Impulsübertragung ermöglichen: Die Impulse springen von einem Schnürring zum nächsten, sodass die Informationen mit Hochgeschwindigkeit übertragen werden.


Weiter zu "wenn das Immunsystem verrückt spielt"